Unser
Prophet war zwölf Jahre alt geworden. Sein Onkel hatte immer noch mit dem
knappen Lebensunterhalt zu kämpfen. Zu dieser Zeit waren die Mekkaner dabei,
eine große Handelskarawane zu organisieren. Ebu Talib wollte nun an dieser
Karawane teilnehmen.
Die Vorbereitungen für die Reise waren in vollem Gange und Muhammed (a.s.v.) beobachtete alles aus nächster Nähe. Er würde tagelang von seinem Onkel getrennt sein. Wie sollte er das denn aushaken?
Er
erwägte, mit seinem Onkel auf die Reise zu gehen. Aber damals gab es viele
Wegelagerer und Räuber, weshalb ihn sein Onkel nicht mitnehmen wollte.
Daß
sein Onkel dazu nicht bereit war, ahnte unser Prophet und so hatte er keine
andere Wahl, als mit ihm zu reden. „Mein lieber Onkel," sagte er. „Wo
und bei wem läßt du mich zurück, wenn du gehst? Ich habe hier weder eine
Mutter, noch einen Vater."
Ebu
Talib konnte nach diesen Worten nicht auf seinem Entschluß beharren und nahm
ihn mit. Die Handelskarawane durchquerte die Wüste und erreichte Busra, wo sie
Rast einlegten. Busra war ein Städtchen zwischen Damaskus und Jerusalem. Es
besaß reichlich Wasser und große Gärten.
In
der Nähe der Stadt war eine Mönchsklause. Hier lebte Bahira. Er war Mönch und
ein großer Gelehrter der Christen. Die Karawane der Mekkaner hatte unweit
dieser Klause ihr Lager aufgeschlagen. Der Mönch verfolgte die Karawane, die in
die Stadt gekommen war, mit großer Neugier, denn er hatte gesehen, daß eine
große Wolke ihnen Schatten spendete. Die Wolke schützte sie vor der Hitze der
Wüste. Der Mönch hatte in seinem Leben bis dahin so etwas noch nie gesehen. Er
kam aus seiner Klause heraus und rief die Mekkaner zu sich.
„Oh
ihr Koreischiten," sagte er. „Ich habe euch etwas zu Essen vorbereitet.
Ihr seid alle eingeladen. Ich will nicht, daß irgendeiner zu kurz kommt und
fehlt."
Die
Mekkaner waren überrascht und nahmen die Einladung gerne an. Sie kamen und
setzten sich an den Tisch. Es gab nur einen aus der Karawane, der nicht mitgekommen
war. unser Prophet war draußen geblieben. Wegen seines jungen Alters wurde er
damit beauftragt, auf das Hab und Gut aufzupassen.
Bahira
schaute alle an der Tafel sitzenden prüfend an. Aber das Gesicht, das er
suchte, war nicht dabei. „Ist bei euch noch jemand, der nicht am Essen
teilgenommen hat?" fragte er. „Nur ein Kind," sagten sie. „Wir
ließen ihn draußen damit er auf unsere Sachen acht gibt." Bahira bestand
nun darauf, daß auch er geholt wurde, und man brachte unseren Gesandten zu ihm.
Muhammed
(a.s.v.) saß nun ebenfalls am Tisch. Der Mönch beobachtete ihn aufmerksam.
Er musterte jede Bewegung und jedes Verhalten.
Zum
Schluß hatte er gefunden, was er suchte, denn alles an unserem Propheten
stimmte genau mit der Beschreibung in den Büchern überein, die er las.
Als
das Mahl beendet war, beugte sich Bahira an das Ohr Muhammeds (a.s.v.).
„Schau, junger Mann," sagte er. „Auf das Recht der zwei Götzen Lat und
üssa, gib mir richtige Antwort auf die Fragen, die ich dir jetzt stellen
werde."
Muhammed
(a.s.v.) entgegnete: „Wünsche von mir nichts im Namen von Lat und Ussa. Bei
Gott, ich verabscheue nichts mehr als diese beiden."
Der
Mönch Bahira war erstaunt. „Dann gib mir im Namen Gottes Antwort auf meine
Fragen." sagte er.
Diesmal
erwiderte unser Gesandter: „Frage was du willst."
Alle
Antworten, die Bahira bekam, beeindruckten ihn sehr. Alle Zeichen des letzten
Propheten wurden bei Muhammed (a.s.v.) sichtbar.
Schließlich
schaute Bahira auf den Rücken unseres Propheten. Er sah das Prophetensiegel.
Dieses Siegel deutete darauf hin, daß er der letzte Gesandte Gottes war.
Nachdem Bahira dies alles erfahren hatte, ging er zu Ebu Talib und sagte zu ihm:
„Nimm deinen Neffen und bringe ihn eilends in seine Heimat zurück. Schütze
ihn vor den eifersüchtigen Juden. Wenn sie auch dasselbe sehen, was ich gesehen
habe,
werden sie ihm Schaden
zufügen. Dieses Kind wird später sehr berühmt und überaus Großes wird mit
ihm geschehen."
Auf
diese Rede hin beeilte sich Ebu Talib, seine Waren gleich dort, an Ort und Stelle
zu verkaufen, nahm seinen geliebten Neffen und kehrte nach Mekka zurück.
unser
Prophet hatte die Kindheit und Jugendzeit hinter sich gelassen und war nun 25
Jahre alt. Damals war der Handel mit Kamelkarawanen in vollem Gange. Es wurden
Karawanen mit den verschiedensten Waren vorbereitet, die sich dann auf den Weg
machten. Die Kaufleute brachten ihre Sachen in die Nachbarstädte und verkauften
sie dort auf den Bazaren. Die Mekkaner waren in diesen Geschäften sehr fortgeschritten.
In regelmäßigen Zeitabständen wurden solche Handelsreisen organisiert.
Wieder
wurden Vorkehrungen für solch eine Handeskarawane getroffen, Unter den Leuten,
die mitgehen sollten, war auch Muhammed (a.s.v.). Von seinen Verwandten wurden
ihm die Waren von Hz. Hatidsche anvertraut. Hz. Hatidsche war eine Witwe und
sehr reich.
Mit
ihrem Vermögen war sie Teilhaberin der Handelskarawane. Jedesmal schickte sie
mit ihren Waren jemanden mit, dem sie vertraute. Diesmal hatte sie sich über
ihren Onkel mit unserem Propheten verständigt. Außerdem beauftragte sie mit
ihm zusammen ihren Diener Meysere. Zu Meysere sagte Hatidsche: „Du wirst alles
tun, was Muhammed von dir verlangt. Du wirst ihn nichts zweimal sagen lassen,
und du wirst mir nach eurer Rückkehr sein Verhalten berichten."
Die
Handelskarawane war nach einer ermüdenden Reise an ihrem Ziel unweit von
Damaskus angekommen. Jeder suchte für sich einen geeigneten Platz und stellte
dort seine Waren aus.
unser
Prophet jedoch begab sich in den Schatten unter einen Olivenbaum. Dieser stand
in der Nähe der Mönchsklause. Muhammed war schon als er 12 Jahre alt war
hierhergekommen. Zu der Zeit war dort der Mönch Bahira, der damals die Außergewöhnlichkeit
Muhammeds (a.s.v.) erkannt hatte und zu seinem Schutz anmahnte. Nach dem Tode
Bahiras kam an seine Stelle der Mönch Nastura.
Nastura
wurde aufmerksam, als er sah, daß unser Gesandter sich unter den Olivenbaum
setzte. Er ließ Meysere zu sich rufen. Ihn kannte er von früheren Aufenthalten.
„Wer ist die Person, die sich unter dem Olivenbaum niedergelassen hat?"
fragte er. Meysere antwortete: „Er ist einer von den Mekkanern."
Nastura
neigte einen Moment seinen Kopf zu Boden. Er versank in tiefe Gedanken. Aber es
dauerte nicht lange und er erhob seinen Kopf wieder und sagte zu Meysere:
„Der,
der sich da unter jenem Olivenbaum niedergelassen hat, ist niemand anderes als
ein Prophet."
Meysere
war sprachlos und geriet in Erregung. Nastura fragte weiter, um sicher zu gehen:
„Sind seine Augen etwas rötlich?" Die Antwort von Meysere lautete:
„Ja".
Nastura
war wie erstarrt. Dann sagte er: „Oh Meysere, diese Person ist ein Gesandter
Gottes, und zwar der letzte Gesandte, der erwartet wird."
Meysere
konnte es kaum fassen, was ihm da mitgeteilt wurde. Er war der Diener von
jemandem, der später ein Prophet werden sollte. Diese frohe Botschaft umfing
unversehens seinen ganzen Körper, und in seinem Innern klangen ihm immer wieder
die Worte nach, die der Mönch zu ihm gesagt hatte.
Die
Verkäufe wurden getätigt. Das, was gekauft werden sollte, war gekauft, und was
bemerkten alle plötzlich? unser Prophet hatte mehr Gewinn erzielt als alle anderen.
Man
brach wieder in Richtung Mekka auf. In dem heißen Sand zog die Karawane vorwärts.
Vom Boden strahlte eine fast unerträgliche Hitze ab. und das, was sie dann
beobachteten, hielt selbst Meysere für fast nicht möglich.
Sehe
ich etwa nicht recht?" dachte er. Meysere rieb sich immer wieder die Augen,
aber er sah immer noch das Gleiche. Eine Wolke spendete unserem geliebten Propheten
Schatten. Es schien als ob die Wolke nicht wollte, daß unser Gesandter von der
Hitze gestört wurde. Eigentlich aber war das gar keine Wolke. Es waren zwei Engel
in Wolkengestalt. Wenn die Karawane eine Pause einlegte, blieb das Wolkengebilde
über unserem Propheten stehen.
Die
Erregung Meyseres steigerte sich Zusehens. Er konnte nicht mehr ruhig an seinem
Platz stehen bleiben. Das, was er wahrnahm, ließ ihn nur über alle Maßen staunen.
Seine Gefühle machten Höhenflüge. Trotzdem konnte Meysere die Sache Muhammed
(a.s.v.) nicht erzählen. Er wollte seine Verwunderung in seinem Innern bewahren
und geheim halten.
Die
Reise ging dem Ende zu. Mekka war schon in der Ferne zu sehen. Hz. Hatidsche war
auf das Dach ihres Hauses gestiegen und beobachtete das Kommen der Karawane. Bei
ihr befanden sich auch andere Frauen. Wie alle waren sie über das Eintreffen
der Karawane aufgeregt. Hz. Hatidsche sah wie die Wolke wie ein Schirm über dem
Kopf unseres Propheten ihm Schatten spendete. Voller Bewunderung sagte sie zu
den Frauen, die bei ihr waren: „Schaut nur, schaut! Eine Wolke schützt
Muhammed vor der Hitze!"
In
Mekka angekommen, übergab Muhammed (a.s.v.) die mitgebrachten Waren Hz.
Hatidsche. Die Einnahmen und der Gewinn waren überaus hoch. Hz. Hatidsche war
sehr überrascht darüber. Es übertraf alles bisher Dagewesene. Meysere berichtete
Hz. Hatidsche alsdann, was er gehört und gesehen hatte, und das Interesse
Hatidsches an Muhammed (a.s.v.) stieg immer mehr.
Ohne
Zeit zu verlieren, ging sie zu Waraka bin Neyfel, dem Sohn ihres Onkels. Waraka
bin Neyfel war ein sehr gelehrter Christ und schon weit in die Jahre gekommen.
Sie erzählte ihm alles und auch er geriet ins Staunen. Dann sagte er:
„Oh
Hatidsche! Wenn das alles wahr ist, ist Muhammed der Prophet dieser Gemeinschaft.
Ich wußte bereits, daß die Ankunft eines Gesandten Gottes nahe ist. Ich habe
ihn erwartet. Jetzt ist die Zeit für ihn gekommen."
Hz.
Hatidsche war tief beeindruckt von diesen Worten. Sie kannte Muhammed (a.s.v.)
schon seit seiner Kindheit. Nun, da er für sie mit der Karawane auf Handelsreise
war, brachte dies mit sich, daß sie ihn noch besser kennengelernt hatte.
Hatidsche
war derzeit Witwe. Von den Mekkanerinnen wurde sie hochgeschätzt. Ihre Worte zählten.
Sie war reich und Gott hatte ihr eine ganz besondere Schönheit verliehen. Es
gab viele Leute, die sie heiraten wollten. Aber sie wieß sie ab. Sie dachte
auch nicht ernsthaft daran, überhaupt zu heiraten. Doch als sie unseren Propheten
kennengelernt hatte, änderte sie ihre Meinung. So jemanden wie ihn gab es kein
zweites Mal. Er war aufrichtig und sagte stets die Wahrheit. Er besaß die
besten Charaktereigenschaften, war höflich, zuvorkommend und von schöner
Gestalt. Kurz gesagt, unser Prophet war allseitig unvergleichlich.
Hatidsche
erzählte einer ihrer besten Freundinnen, daß sie eine Heirat mit Muhammed (a.s.v.-)
in Erwägung zog. Mit diesem Anvertrauen schickte sie ihre Freundin zu unserem
Propheten. Sie sollte in Erfahrung bringen, ob auch er ans Heiraten dachte.
Nefise,
ihre Freundin, ging also zu Muhammed (a.s.v.) und fragte: „Oh Muhammad! Warum
heiratest du nicht?" unser Prophet entgegnete: „Ich habe nicht genug Geld
zum Heiraten." und so kam heraus, daß unser Gesandter heiraten wollte,
aber er konnte nicht, weil er kein Geld dazu hatte.
Nun
fragte Nefise: „Wenn man dem Geldproblem entgegentreten würde, würdest du
dann eine Ehrenvolle, Schöne und Reiche heiraten wollen?"
Muhammed
(a.s.v.) fragte: „Wer ist diese?"
Nefise
antwortete: „Es ist Hatidsche, die Tochter von Huweylid."
unser
Prophet war etwas erstaunt: „Aber wie kann das sein?"
Nefise daraufhin: „Es
ist so, wie ich sage." unser Prophet sagte: „Dann nehme ich gerne den
Antrag an." Mit dieser Antwort ging Nefise sogleich zu Hz. Hatidsche und
berichtete ihr alles. Hz. Hatidsche war überglücklich. Auch Muhammed (a.s.v.)
unterrichtete seinen Onkel Ebu Talib von diesem Gespräch. Ebu Talib überprüfte
daraufhin die Sache selber. und er erfuhr von Hz. Hatidsche persönlich, daß
sie diese Heirat wünschte.
In
kurzer Zeit wurde das Hochzeitsdatum festgelegt. Man dachte an eine schlichte
Heirat. Alles, was man für eine Hochzeit brauchte, wurde von Hz. Hatidsche
vorbereitet. Einige Schafe wurden geschlachtet und verschiedene Mahlzeiten für
die Hochzeit wurden angerichtet.
Nach
dem Festmahl stand Ebu Talib auf. Er bedankte sich bei Gott und dann hielt er
die folgende Rede: „Muhammed, der Sohn meines Bruders ist gleichzeitig euer
Verwandter. Kein junger Mann kann mit ihm verglichen werden. Mit der Ehre,
seinem Talent und seinem Verstand ist er hochstehender als andere. Er hat zwar
nicht viel Eigentum, aber was ist das schon, was man Hab und Gut nennt? Ein vorrübergehender
Schatten, etwas Künstliches, das man kaufen und verkaufen kann.
Ich
schwöre bei Gott, daß er ab jetzt noch höher aufsteigen wird. Er wünscht
sich nunmehr eure Tochter Hatidsche."
Danach
erhob sich Waraka, der Sohn des Onkels von Hatidsche. Da Hz. Hatidsches Vater
nicht mehr auf der Welt weilte, sollte Waraka an seiner statt sprechen. „Oh
Gemeinschaft der Koreischiten," sagte er. „Seid alle Zeugen, daß ich
Muhammed, den Sohn von Abdullah, mit Hatidsche, der Tochter von Huweylid, vermähle."
Somit
waren unser Prophet und Hatidsche verheiratet.
Es
waren noch fünfzehn Jahre hin bis ihm die Prophetengabe gegeben werden sollte,
unser Prophet lebte mit seiner geehrten Frau zufrieden und glücklich. Später
hatte Hz. Hatidsche sogar noch die Ehre als erste Muslim zu werden.
unser
Prophet war gerade 35 Jahre alt geworden. Zu der Zeit befand sich die Kaaba in
sehr schlechtem Zustand. Die Wände waren sehr baufällig geworden und konnten
jeden Moment zusammenbrechen. Deshalb beschlossen die Mekkaner die Kaaba zu
renovieren. Sie fingen alsbald damit an und alle Stämme beteiligten sich an den
Arbeiten. Die Steine wurden abgetragen und nach kurzer Zeit waren die Wände
wieder neu aufgebaut.
Sie
waren bis zu der Stelle gekommen, wo der Schwarze Stein (Hadscheru'l Esved)
wieder eingesetzt werden sollte. Hadscheru'l Esved war ein heiliger Stein. Man
hatte ihm diesen Namen gegeben wegen seiner schwarzen Farbe Er wurde durch
Gabriel dem Stammvater Abraham (a.s.v.) vom Paradies gebracht.
Deshalb war dieser Stein sehr wertvoll. Jeder Stamm sah sich eigens
verpflichtet, diesen Stein an seinen Platz zu legen. Zwischen den Stämmen
entbrannte darüber ein heftiger Streit. Die Auseinandersetzung mit Worten
wurde immer ernster. Nun wurden sogar Schwerter gezogen. Die Sache wurde sehr
bedrohlich. Jeden Moment konnte ein Kampf ausbrechen. Es stand fest, daß wenn
es tatsächlich zu einem Kampf käme, viel Blut fließen würde. Diejenigen, die
einen klaren Kopf behielten, sannen auf einen Ausweg.
Vier
oder fünf Tage wartete man ab. und der Stein blieb liegen, wo er war. Dann kam
man wieder zusammen. Es wurde geredet und diskutiert. Schließlich trat ein
alter Mann vor und fing an zu sprechen: „Oh Mekkaner!" sagte er. „Bei
der Sache, bei der ihr euch nicht einig werden könnt, können wir doch so
verfahren, daß wir denjenigen, der zuerst durch das Beni Seybe Tor
hereinkommt, zum Schiedsrichter erklären. Er soll dann die Sache
entscheiden."
Sie
nahmen den Vorschlag an und alle Augen schauen gespannt zum Beni Seybe Tor. Es
verging nur eine kurze Zeit bis man jemanden am Tor kommen sah. Er ging mit
schweren Schritten. Als er etwas näher herangekommen war, konnten sie ihn erkennen.
Plötzlich riefen alle begeistert:
„Es
ist El-Emin! Es ist Muhammed! Mit dem Entscheid, er trifft, werden wir zufrieden
sein!"
Es war unser Prophet, der
gekommen war. Die Mekkaner vertrauten ihm vollauf.
Deshalb hatten sie ihm
den Namen El-Emin gegeben was soviel bedeutet wie 'der Vertrauenswürdige'. Sie
übergaben ihm ihre wertvollsten Sachen zum Aufbewahren, wenn sie zum Beispiel
auf Reise gingen.
unser
Gesandter trat zu der versammelten Menschenmenge und sie erklärten ihm die
Situation. Allem Anschein nach war es für Muhammed (a.s.v.) kein Problem, die
Sache zu schlichten. „Bringt mir ein Tuch!" sagte er. Eilends wurde ihm
eines herbeigebracht. unser Prophet breitete das Tuch auf dem Boden aus. Alle
beobachteten sehr gespannt und genau, was er wohl mit dem Tuch machen wollte.
Ihre Neugier wurde bald befriedigt. Muhammed (a.s.v.) legte den schwarzen Stein
in die Mitte des Tuches. Danach sagte er: „Aus jedem Stamm soll ein Vertreter
am Zipfel des Tuches halten." und so taten sie es. Sie hoben den
Hadscheru'l Esved - Stein gemeinsam bis zu der Stelle, wo er eingesetzt werden
sollte. Dann nahm ihn unser Gesandter und legte ihn an seinen Platz.
Jeder war zufrieden, daß das Problem auf diese Weise gelöst werden konnte. Statt dem erwarteten blutigen Kampf, hatte sich alles zum Guten gewendet.